„Sonnenblume oder Kaktus – welche Pflanze ist mehr wert?“

Unter dieser Fragestellung stand der diesjährige Schulanfangsgottesdienst der Klassen 2a, 3a und 4a. Denn die Sommerferien sind vorbei, und das Schulhaus füllte sich am Montag, den 16. August 2010, wieder mit lachenden, erzählenden und spielenden Kindern!
Um 9.00 Uhr versammelten sich alle Kinder, Lehrerinnen und einige Eltern in der Aula, um das neue Schuljahr mit einem Gottesdienst zu beginnen, wie es seit Jahren schon Tradition ist. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Schulleiterin Monika Braun und der liturgischen Eröffnung sangen wir gemeinsam das Lied „Danke, für diesen guten Morgen“. Die anschließenden Worte des Psalms 23, die Herr Pfarrer Fetzer in kindgerechter Form umgeschrieben hatte, brachten die Zusage Gottes, der immer bei uns ist und uns genau so liebt, wie wir sind, näher.
Dieser Gedanke wurde in der biblischen Geschichte verstärkt, in der sich die linke und die rechte Hand, der Kopf, die Augen und die Ohren darum stritten, wer wohl das wichtigste Körperteil sei. Doch was wäre, wenn man nur eine Hand hätte und zur anderen Seite fällt? Wenn man nichts sehen oder hören könnte? Brauchen wir nicht alles? Der Apostel Paulus nutzte schon damals diese Erzählung, um den Menschen zu verdeutlichen, dass alle Körperteile gleich wichtig und gleich viel wert sind. Genauso sind wir Menschen alle gleich wertvoll, egal ob wir groß oder klein, dick oder dünn, schnell oder langsam, jung oder alt sind. Jeder Einzelne ist wunderbar, so wie er ist – einmalig! Daraufhin sangen wir das Lied „Laudato si“, in dem wir Gott für die Schöpfung dankten, denn auch sie ist wunderbar.
Um die Aussage der Bibelstelle noch deutlicher werden zu lassen, erzählte Herr Pfarrer Fetzer nun die Geschichte von der Sonnenblume und dem Kaktus: Die Sonnenblume war überzeugt, dass sie aufgrund ihrer schönen Blüte, ihrem geraden und stabilen Stängel und ihrer Größe viel mehr wert sei, als ein Kaktus. Das machte den Kaktus traurig. Doch als ein Mensch kam und die Sonnenblume abbrach, war es der Kaktus, der lachte. Seine Stacheln hatten ihn davor bewahrt. Denn auch wenn er nicht gerade gewachsen ist und keine Blüten trägt, so ist er eine genauso wertvolle, schöne Pflanze wir die Sonnenblume.
Dann zeigte Herr Pfarrer Fetzer den Kindern einen zweiten, sehr krumm gewachsenen Kaktus, der einmal im Jahr eine Blüte trägt, und sie sollten nun entscheiden, welcher der beiden Kakteen der bessere sei. Die Kinder hatten die Geschichte verstanden und antworteten, dass alle beide gleich gut sind. So wie die Kakteen, so haben auch die Kinder manchmal „Stacheln“, die sie von Zeit zu Zeit schützen können. Auch sie sind alle gleich viel wert, das war ihnen nun klar.
Anschließend beteten wir das „Vater unser“ und als Schlusslied sangen wird gemeinsam „Gott geht mit, wohin wir auch geh´n“. Es machte deutlich, dass Gott uns auch im neuen Schuljahr durch Freud und Leid begleitet und uns nie alleine lässt!
Mit dem Segen für alle endete der diesjährige Gottesdienst zum Schulanfang. Am Ende des Gottesdienstes durften sich die Kinder und Lehrerinnen, die dies wollten, einen persönlichen Segen geben lassen, der Kraft und Schutz für das kommende Schuljahr spendete.
Dieser ansprechende und Mut machende Gottesdienst war ein gelungener Start in die nun folgenden Schulwochen!
Wir danken Herrn Pfarrer Fetzer für die Feier des Gottesdienstes und Frau Laux und Frau Blumentritt für die musikalische Begleitung.

Linda Blumentritt

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