„Earsinnig hören“ in der Grundschule Mossautal

Vor den Herbstferien stand wieder ein tolles Projekt in der Grundschule Mossautal an. Das Zuhör und Radioprojekt „Earsinnig hören“ von der Stiftung Zuhören wurde nach längerer Vorbereitungszeit im Unterricht der Klasse 3a und in Teilen mit den Klassen 2a und 4a verwirklicht.
In dem Projekt, das mit der Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen 2009 und in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk entwickelt wurde, geht es zunächst darum, die Kompetenz des Zuhörens bei Schülerinnen und Schülern der 3. - 6. Klasse zu stärken.
Wie es auf Ihrer Internetseite heißt, betrachtet die Stiftung Zuhören die Produktion eines Radiobeitrages als ein „ausgezeichnetes didaktisches Mittel, um die Fähigkeit der Kinder und Jugendlichen zu klarem, antizipierenden Denken zu fördern und ihnen die essentials erfolgreicher Wissens- und Selbstpräsentation zu vermitteln“.
Für 2010 wurden nur 13 Projekttage hessenweit vergeben. Meine Klasse 3a wurde für einen davon ausgewählt. Insgesamt hatten sich ca. 60 Schulen beworben. Wir hatten also großes Glück!
Nachdem das Projekt im Unterricht der Klasse 3a gut vorbereitet worden war, kamen am abschließenden Projekttag, die zwei Journalistinnen, Juliane Spatz und Stefanie Hatz, am Vormittag in unsere Schule und setzten die Teile zu einer stimmigen Radioshow mit den Schülern und Schülerinnen der 3. Klasse zusammen.
Frau Spatz war Anfang September schon einmal in unserer Klasse, um sich ein Bild von den Gegebenheiten zu machen und zu besprechen, was alles vorbereitet werden muss.
Nach einer kurzen Kennenlernphase gab es von den beiden Journalistinnen noch einige interessante Informationen zum Bedienen eines Mikrofons mit Aufnahmegerät aber auch kleine Zuhörspiele für zwischendurch durften nicht fehlen.
In der nächsten Phase wurden zwei wichtige Programmpunkte des Zuhör- und Radioprojektes, das am gleichen Nachmittag präsentiert wurde, erarbeitet.
Dazu teilte sich die 3. Klasse in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe ging mit Frau Hatz in die Klassen 2a und 4a. Dort wurde eine Umfrage gemacht zum Thema „Was hat euch am Schulfest besonders gut gefallen?“
Beide Klassen waren gut vorbereitet und haben toll mitgemacht. Vielen Dank für eure Hilfe. Die zweite Gruppe machte sich auf den Weg zu unserer Rektorin Frau Monika Braun, um sie zu interviewen.
Beide Beiträge sowie unser Jingle (d.h. musikalischer Trenner zwischen unseren Nachrichten) können auf der Website der Stiftung Zuhören unter www.stiftung-zuhoeren.de "nachgehört" werden.
Im Anschluss konnten beide Gruppen erleben wie die Umfrage und das Interview „geschnitten“ wurden, d.h. wie eventuelle Doppelungen oder Pausen per Computer gelöscht wurden. So wie es eben im Radio gemacht wird.
Danach war genügend Zeit mehrere Probedurchgänge der Radioshow, die am Nachmittag präsentiert werden sollte, durchzuführen.
Nicht nur die Eltern meiner 3. Klasse waren zur Präsentation eingeladen, sondern auch die durch die Umfrage beteiligten Kinder der 2. und 4. Klasse sowie deren Eltern und alle Lehrerinnen.
Hier ein kleiner Einblick in unsere Radioshowtexte, die teils frei erfunden aber teilweise auch fundiert recherchiert waren:
Zunächst die Nachrichten im Überblick:
- Schuljubiläum in Mossautal
- Was bedeutet „Musikalische Grundschule“?
- Wildgewordenes Klassentier Leo
- Wer ist Monika Braun?
- Einbrecher in der Grundschule Mossautal
- Dinos im Erbacher Museum
- Neues vom Sport
- Das Wetter

Schuljubiläum in Mossautal

Am 18. September 2010 feierte die Grundschule Mossautal ihren 10-jährigen Geburtstag.
Alle Klassen boten gemeinsam ein tolles Unterhaltungsprogramm.
Rektorin Monika Braun blickte in ihrer Rede auf die letzten 10 Jahre zurück.
Auch Bürgermeister Willi Keil erzählte, wie alles anfing.
Zum Geburtstag bekam die Grundschule eine tolle Kletterwand geschenkt.
Viel Geld gaben:
› der Verein BürgerSinn, dessen Vorsitzender Herr Bürgermeister Keil ist,
› die Eltern der Klassen 4a und 4b vom letzten Schuljahr,
› die Stiftung der Volksbank Odenwald,
› und Herr Dieter Heusel.
Außerdem haben viele Gemeindearbeiter, der Schulträger, der Papa von Marcel, Herr Gunter Walther und die Künstlerin Frau Beck dabei geholfen. Nach der Enthüllung der Kletterwand stürmten alle Kinder drauf los und waren begeistert. Auf dem Schulhof waren viele Stände von Vereinen und Banken. Dort konnte man spielen, malen und basteln. Leckeres Essen gab es auch. Dafür sorgten viele fleißige Eltern.

Musikalische Grundschule

Unsere Grundschule darf sich seit dem Schulfest am 18. September 2010 „Musikalische Grundschule“ nennen.
Was das bedeutet erklären uns Felix und Marcel:
„Wir machen viel mehr Musik in allen Fächern. Alle Schüler, Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen machen mit. Wir begrüßen uns immer mit einem Lied in der Klasse. In Mathe haben wir zum Beispiel 1  1 Raps gesungen.
In Deutsch und Sachunterricht ist zur Zeit das Kartoffellied unser Hit mit dem Refrain; „K-A-R-T-O-F-F-E-L – Kartoffel“.
Einige von unserer Klasse sind in der Chor-AG und andere in der Flöten Anfänger-Gruppe. Es gibt auch eine Fortgeschrittenen-Gruppe.
Die musikalische Grundschule macht uns viel Spaß, weil singen und mit Instrumenten spielen Freude macht.
Mit Musik lernt man viel leichter. Man kann sich Dinge besser merken. Aus allen Klassen hört man immer wieder unterschiedliche Musik. Da fühlt man sich gleich viel wohler. Wenn wir leise arbeiten, macht Frau Lenz oft ruhige Musik an. Das hilft uns beim Konzentrieren. Musik ist gut für die Nerven.
Auch zum Schulfest haben alle Klassen etwas aufgeführt und immer war Musik dabei. Als Anerkennung für unsere musikalische Arbeit haben wir jetzt auch die Urkunde zur „Musikalischen Grundschule“ bekommen.
Anil meint: „Eine Stunde Musik in der Woche wäre uns zu wenig.“
Das war nur ein kleiner Ausschnitt unserer Texte, die von den Kindern im Unterricht erarbeitet worden waren.
Bei der Präsentation des Zuhör- und Radioprojektes am Nachmittag waren alle Kinder der 3a profimäßig konzentriert, wenngleich das Lampenfieber vorher deutlich zu merken war. Ob sie für die Musikbeiträge zuständig waren, als Nachrichtensprecher, Sportmoderatoren oder Berichterstatter fungierten, alle machten ihre Sache ganz prima.
Wer weiß, vielleicht wurde hier der Grundstein für eine erstaunliche Karriere gelegt. Der Applaus des Publikums zeigte jedenfalls, dass sich unsere Mühe gelohnt hat.
Es war schön, dass unsere kleine Grundschule in den Genuss eines solchen Projektes gekommen ist. Auf diesem Wege möchte ich mich nochmals auch im Namen der Kinder bei den beiden Journalistinnen Frau Hatz und Frau Spatz von der Stiftung Zuhören für die tolle Durchführung dieses Projekttages bedanken.
Herzlichen Dank auch an die Mamas Frau Schmidt, Frau Simos sowie Frau Sülzle für Ihre Hilfe an diesem Tag.
Danke auch allen, die nach der Präsentation geholfen haben, die Aula wieder aufzuräumen. Es war ein unvergessliches Erlebnis für unsere Schule.

Silke Lenz (Klassenlehrerin der 3a)

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