„Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da!“…..

so sangen Kinder, Team und Mitarbeiter zu Beginn des Leseforums HERBST am Mittwoch, 24. November 2010 in der Aula der Grundschule Mossautal. Alle waren sich einig, dass es höchste Zeit für dieses Leseforum ist, bevor der erste Schnee fällt!
Als Gäste für dieses Leseforum hatte sich die Schulleiterin Monika Braun mit ihrem Team wieder einmal etwas ganz Besonderes einfallen lassen:
Sie hatte fünf ehemalige Lehrer von Schulen in Michelstadt und Erbach als Vorleser für Geschichten und Gedichte zum Thema HERBST eingeladen. Sie wurden, so wie es sich für eine Musikalische Grundschule gehört, mit dem Lied: „Wir stampfen alle mit den Füßen…“ begrüßt. Danach hieß Frau Braun die Gäste herzlich willkommen und stellte die ehemaligen Lehrer den Schulkindern vor.
Sie betonte die Bedeutung der Leseforen für die Lesemotivation der Kinder, denn die Leseförderung hat einen besonderen Stellenwert in der Grundschule Mossautal. Nach dem traditionell bei Leseforen gesungenen Lied: „Alle Kinder lernen lesen“ und der von Frau Braun vorgelesenen Geschichte „Bist du der Herbst?“ gingen die Vorleser jeweils begleitet von einer Lehrerin mit den Kindern in jahrgangsgemischten Gruppen in die Klassenzimmer.
Wolfgang Clauß (ehem. Lehrer am Gymnasium Michelstadt) ging mit Kindern und Marlies Voigt. Er las die Geschichte „Ein Herz für die Armen“ von Marina Thudichum vor. Sie handelt von dem Jungen Martin, der, wie der Heilige Martin, etwas Gutes tun wollte. Doch anstatt zu Teilen, was ihm etwas bedeutet, schenkte er seinen kratzigen Schal her. Am Ende der Geschichte erkannte er jedoch, dass es gar nicht so einfach war, ein Herz für die Armen zu haben und das Richtige zu tun.
Andächtig lauschten die Kinder Alfred Grasmück (ehem. Lehrer der Schule am Sportpark, Erbach), der von Monika Braun begleitet worden war. Er las „Die Geschichte von der hohlen Nuss“ zu der er für jedes Kind eine Haselnuss und Pralinen mit Haselnüssen mitgebracht hatte. Zum Gedicht von „Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ erzählte er den Kindern, dass der Herrn Ribbeck, der den Birnbaum auf seinem Grab hatte, tatsächlich gelebt hat und der Baumstamm des alten Birnbaums heute in der Kirche des Dorfes aufbewahrt wird.
Dieter Müller (ehem. Lehrer am Gymnasium Michelstadt) las den Kindern und Silke Lenz das Märchen „Kuckuck lustig“ von Astrid Lindgren vor, in dem zwei kranke Kinder mit dem Kuckuck aus ihrer Kuckucksuhr, die in ihrem Zimmer hängt, lustige Späße, Streiche und Spiele erleben, denn der Kuckuck wird lebendig.
„Der kleine Straßenkehrer und die Blätter“ wurde von Horst Schnur (ehem. Lehrer und Leiter der Theodor Litt-Schule in Michelstadt sowie ehemaliger Landrat) vorgelesen. Der Straßenkehrer wohnt in der kleinen Stadt, in der es nur fünf Straßen gibt, und er sie deshalb nach den Wochentagen benannte, um nicht durcheinander zu kommen. Als er am Montag die Montagsstraße kehren wollte, fielen ständig neue Blätter von den Bäumen, und der Straßenkehrer regte sich furchtbar darüber auf, bis der Bäckerjunge ihm die Augen für die Schönheit des gefärbten Herbstlaubs öffnete! Diese Gruppe wurde von Petra Appel begleitet. Herr Schnur hatte passend zur nahenden Weihnachtszeit für alle Kinder Spekulatius dabei.
Harald Hecht (ehem. Lehrer an der Theodor-Litt-Schule in Michelstadt) las den Kindern und Frau Blumentritt das Buch „Franka und Nonno“ von Norbert Blüm/Doro Göbel vor. Es erzählt von Franka, die mit ihrem Opa Nonno Bärenspuren verfolgt und den großen, braunen Bären Ludewig beobachtet, wie er mit dem gelben Schmetterling Safrana Freundschaft schließt. Sie erleben einen aufregenden Tag zusammen. Am Ende der Geschichte müssen sich die beiden Freunde jedoch voneinander verabschieden, weil der Lebenszyklus von einem Schmetterling sich nur auf einen Sommer beschränkt. Doch Ludewig und Safrana sind sich einig: Das war der schönste Tag überhaupt, und wenn jetzt der Herbst kommt, dann wird Ludewig sich immer daran erinnern!
Die Kinder in allen Gruppen waren begeistert von den ehemaligen Lehrern und hörten ihnen fasziniert zu, werden sie doch sonst an der Grundschule Mossautal immer von Lehrerinnen unterrichtet.
Nach dem Vorlesen gestalteten die Kinder ein Herbstmandala oder ein Herbstbild zu ihrer Geschichte. Dazu hatten sie im Vorhinein viele unterschiedliche Naturmaterialien gesammelt und mitgebracht. So entstanden u. a. aus Zapfen, Eicheln, Kastanien und Blättern wunderbare Bodenbilder.
Nach diesen spannenden, herbstlichen Texten und Aktivitäten trafen sich alle Gruppen wieder in der Aula und stellten den anderen ihre Geschichten vor. Dann spielte die Fortgeschrittenen-Flötengruppe zwei heitere Musikstücke, was besonders zu erwähnen ist, da sie dies ohne Hilfe von Frau Laux geschafft haben!
Schulleiterin Monika Braun erklärte zum Schluss, dass zum Nehmen auch das Geben und Danke sagen gehört und dies auch an der Grundschule Mossautal so (vor-)gelebt wird. So erhielten die Vorleser aus der Hand der Kinder „Merci“-Schokolade für ihr Kommen und das tolle Vorlesen.
Die Vorleser verweilten noch lange mit Frau Braun im Lehrerzimmer und versicherten, dass dies für sie ein wundervoller Vormittag mit einer wertvollen Erfahrung war. Trotzdem sie anfänglich bei der Zusage zögerten, freuten sie sich, als Vorleser in der Grundschule Mossautal gewesen zu sein. Wiederkommen nicht ausgeschlossen!
Nach der Pause wurden die gestalteten Bodenbilder von den SchülerInnen mit ihren Lehrerinnen klassenweise in Form eines „Museumsrundgangs“ angeschaut und von den jeweiligen Gruppenmitgliedern erklärt.
Es war wieder einmal ein sehr gelungenes Leseforum und alle sind schon neugierig, wer für das nächste Leseforum WINTER als Gast eingeladen wird! Vielen Dank an alle ehemaligen Lehrer für das Vorlesen und Herrn Schick für das Fotografieren!
Linda Blumentritt

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