Leseforum SOMMER mit Autorenlesung von Jean-Félix Belinga Belinga

In der Grundschule Mossautal findet in jeder Jahreszeit ein sogenanntes Leseforum statt. Hier werden Geschichten, die zur Jahreszeit passen, von verschiedenen Menschen in unterschiedlichen Umgebungen vorgelesen wie z.B. von älteren Schülern, Eltern, Großeltern, dem Bürgermeister, dem Pfarrer oder einer Geo-Rangerin . Einmal im Jahr laden wir eine Autorin oder einen Autor ein. Dieses Jahr war unsere Wahl auf Jean-Félix Belinga Belinga gefallen.
In der letzten Woche vor den Ferien trafen wir uns alle in der Aula, wo Herr Belinga Belinga uns schon erwartete. Wie es sich für eine musikalische Grundschule gehört, begrüßten wir ihn mit einem Lied.
Danach waren zuerst einmal unsere schuleigenen JungautorInnen an der Reihe.
Alle Klassen hatten an dem Schreibwettbewerb der Stiftung der Sparkasse mit dem Thema „Zauberei“ teilgenommen und aus jeder Klasse unserer Schule hatte ein Kind gewonnen und war zur Siegerehrung nach Erbach eingeladen worden, die leider gerade zur gleichen Zeit stattfand, wie unsere Abschiedsfeier der vierten Klasse. Deshalb nahmen wir die Siegerehrung schulintern vorweg und alle vier Gewinner durften ihre Geschichte vortragen:
Elias aus der Klasse 1a hatte ein wunderschönes Elfchen geschrieben.
Alicia aus der Klasse 2a las ihr spannendes Werk „ Die Geschichte vom Zauberer Zickelzack“ vor.
Aus der Klasse 3a hatte sich Jan-Philip tolle Zaubersprüche überlegt.
Mit seinem Beitrag der „Geschichte vom Zauberlehrling“ hatte Max aus der Klasse 4a gewonnen.
Die Jungautoren erhielten ihren wohlverdienten Applaus und kehrten stolz und erfreut auf ihre Plätze zurück.
Danach wandten wir uns wieder unserem Gast und Autor zu. Etliche Schüler aus der Klasse 4a hatten sich über das Leben von Herrn Belinga Belinga informiert und stellten ihn nun vor. Er wurde 1956 in Ndele (Südkamerun) geboren und ist dort auch aufgewachsen. Er studierte Theologie, Philosophie und Musikwissenschaft in Yaoundé, Erlangen und Heidelberg. Heute lebt er mit seiner Familie im Odenwald und arbeitet als Beauftragter für interkulturelle Bildung am Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Frankfurt. Er schreibt Erzählungen, Romane, Märchen, Gedichte und Essays. In seinen Werken spiegelt sich die Welt, in der er aufgewachsen ist. Herr Belinga Belinga freute sich sehr über die Vorstellung seiner Person durch die Kinder und fügte noch hinzu, dass er Kamerun mit 24 Jahren verlassen hatte, aber von diesem Land sehr geprägt sei. Die Geschichte, die er zum Vorlesen mitgebracht hatte, handelt von kamerunischen Tieren.
Er erzählte, dass es in seinem Heimatland 200 verschiedene Sprachen gibt, eine davon nennt man „Bulu“. Herr Belinga Belinga sprach einige Sätze in dieser Sprache und übte auch den Refrain eines Liedes in dieser Sprache mit den Kindern ein. Das Lied heißt „Mbolo“ und die Kinder stampften, klatschten und sangen begeistert mit.
Dann begann der Autor, seine Geschichte vorzulesen. Sie handelte von einer Schildkröte und einem Papagei. Beide gehen ins Zauberland, um den „Kribbelzauber“ zu lernen. Die Schildkröte wollte mit Kräutern zaubern lernen, der Papagei lernte den Goldzauber. Beide können nun dreimal in ihrem Leben zaubern, wenn es bei ihnen „kribbelt“. Der Papagei verliert beim ersten Kribbelzauber sein Gold, weil er vor den Affen mit seiner Stimme angeben wollte und alles im Meer versank. Beim zweiten Kribbelzauber fiel das Goldstück des Papageis einer Mutter in die Hände, die dafür Arznei für ihr krankes Kind kauft.
Der Papagei war jedoch sehr enttäuscht, weil es nichts für sich bekommen hatte und ging weg. Die Schildkröte war traurig darüber und wartete jeden Tag auf seine Rückkehr. In der Zwischenzeit half sie mit ihren Heilkräutern vielen Tieren. Von einem verletzten Geier erfuhr sie, dass der Papagei von Seeräubern gefangen gehalten wurde, weil er ihnen von seinem Goldzauber erzählt hatte.
Die Schildkröte heilte den Geier und ließ sich von ihm zum Schiff der Seeräuber fliegen, wo sie ihren Freund gerade noch retten konnte.
Herr Belinga Belinga las seine Geschichte sehr ausdrucksvoll vor und konnte seine jungen Zuhörer damit begeistern und in seinen Bann ziehen.
Anschließend beantwortete er noch viele Fragen. Wir erfuhren u.a., dass seine Hobbies Musik und Geschichten schreiben sind; dass er seine guten Deutsch-kenntnisse aus der Schule in Kamerun hat, dass er durch die Liebe zu seiner Frau nach Deutschland gekommen ist und dass er drei Kinder hat und in Brensbach wohnt.
Zum Abschluss sangen wir noch mal das Lied „Mbolo“ in der Sprache „Bulu“.
Es war ein sehr interessanter und kurzweiliger Vormittag und die Zeit verging sehr schnell. Wir verabschiedeten uns von Herrn Belinga Belinga und bekamen von ihm als Andenken noch das Buch aus dem er vorgelesen hatte mit persönlicher Widmung von ihm geschenkt. Das können die Kinder nach den Ferien in der Schülerbücherei ausleihen.

Lindruth Laux

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