4. PROJEKTWOCHE an der Grundschule Mossautal

„ÜBERALL IST MATHEMATIK“

Nach langen und aufwändigen Vorplanungen fanden die diesjährigen Projekttage vom 27. bis 30. November 2012 statt. Da unsere Grundschule Kompetenzzentrum Mathematik für den Schulamtsbereich Odenwaldkreis und Bergstraße ist, war klar, dass das Thema rund um Mathematik drehen sollte. So wählten wir den Titel „ÜBERALL IST MATHEMATIK“.
Mathematik ist mehr als rechnen, das weiß man heute und bringt es in den Unterricht sowie in diese Projektwoche ein, um es für Kinder erfahrbar und erlebbar zu machen.
Die zu erwerbenden Kompetenzen stellen so eine solide Grundlage für das nachfolgende Lernen in schulischen wie außerschulischen Kontexten dar. Die Bedeutung von Mathematik wird sichtbar gemacht, Neugier geweckt und längerfristig wird die Entwicklung von Interessen bzw. einer aufgeschlossenen, kritischen Haltung unterstützt.

Wir starteten unsere Projektwoche mit einer Fahrt ins Mathematikum nach Gießen, das das erste mathematische Mitmach-Museum der Welt ist.
Die Projekte wurden wieder klassenübergreifend angeboten. Das förderte das soziale Lernen, die Kleinen lernen von den Großen und die Großen helfen den Kleinen und lernen Rücksicht zu nehmen Alle Projekttage begannen gemeinsam in der Aula, wo wir uns täglich begrüßten und mathematische Lieder sangen.
Am Ende der einzelnen Tage gab es einen gemeinsamen Abschluss ebenfalls in der Aula, was das „Wir-Gefühl“ – „Wir sind stolz auf unsere Leistungen und unsere Projekttage“ täglich spüren ließ!

Am Mittwoch-Vormittag durften die Schülerinnen und Schüler eine „Kindervorlesung“ mit dem Gründer des Mathematikums Herrn Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher erleben.
Es war eine große Aufregung in der Aula, es wurde gerechnet und geknobelt und es standen viele Experimente im Mittelpunkt, die die Kinder mit Professor Beutelpacher erleben und verstehen durften, bevor er mit 3 Raketen verabschiedet wurde.
Danke den vielen, vielen helfenden Elternhänden während der Projektwoche. Besonders stolz und dankbar sind wir, dass sich auch dieses Mal wieder drei engagierte Freiwillige, nämlich Frau Jacqueline Beck, Frau Silvia Schmidt, Herr Alfred Grasmück, meldeten, um ein Projekt zu leiten, so dass die Kinder unter sieben Projekten auswählen konnten.
Diese sind hier kurz von dem Projektleiter und den Projektleiterinnen skizziert.

Projekt: „Mathematik in Mossautal – Suchen und Entdecken“ Alfred Grasmück
Die Projektgruppe „Mathematik in Mossautal“ war mit dem Suchen und Entdecken von „Berechenbarem“ rund um die Grundschule Mossautal in Hüttenthal beschäftigt.
Das Feuerwehrhaus, der Bauernhof Miedtke und das Schützenhaus standen dabei auf dem Programm. In Einsatzkleidung empfing Feuerwehrmann Achim Miedtke neun angehende Mathematiker der 3. und 4. Klasse und ihren Betreuer Alfred Grasmück in der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenthal. Er berichtete über die Aufgaben und Möglichkeiten der Brandschützer, auch für Kinder und Jugendliche. Neben der Besichtigung der Lösch- und Einsatzfahrzeugenluden Schlauchlängen, Leitersprossen und Wassermengen, Ausrüstungsteile und Wegstrecken zum Rechnen ein. Das auf vielfachen Wunsch kurz aktivierte Martinshorn war bis ins benachbarte Schulhaus zu hören. Derselbe Herr Miedtke stand wenig später den Projektkindern auf seinem Bauernhof in seiner Arbeitskleidung als Landwirt erneut zur Verfügung. Auch hier gab es für Augen, Nasen und Hände viel Interessantes. Aufgaben zum Rechnen und Denken ließen sich aus der Anzahl der Kühe und Kälbchen, aus deren Stellplätzen und ihrem Futterbedarf ableiten. Ob Kühe auch an Weihnachten gemolken werden und warum es keine uralten Schweinchen gibt, konnte ebenso geklärt werden. An der Schießsportanlage des Schützenvereins Hüttenthal erinnerte bereits die Vergitterung der Fenster an Rechenkästchen. Erst recht im Inneren der Sportstätte wird stets großer Wert auf Sicherheit gelegt. Hans-Joachim Bessert hatte für die Projektkinder extra Gewehre besorgt, die die Treffer durch Lichtpunkte anzeigten. Er zeigte den Besuchern aus der Nachbarschaft die verschiedenen Schießbahnen von zehn bis fünfzig Metern Länge und erklärte alles über Luftdruck, Erdanziehung und Flugbahnen. Bleikügelchen und Patronenhülsen hatte er ebenso mitgebracht, wie seine spezielle Schießkleidung. Er berichtete von Motivation, Konzentration und Nervosität bei Mannschaftswettbewerben. Vieles davon war aber nicht mehr so wichtig, als seine Frau Gabi die jungen Rechner im Gastraum der Anlage mit Würstchen, Brötchen und Limo verwöhnte.
Die übrigen Stunden der Projektwoche „Mathematik in Mossautal“ nutzten Leon, Sina, Jana, Marla, Hannes, Elias, Shaline, Luis und Lucas kreativ in der Schule. Ein künstlerisch gestaltetes Labyrinth behinderte den direkten Weg zu einem brennenden Haus, und ein Sudoku musste nicht aus Zahlen bestehen, es können auch Feuerwehrhelme, Jacken, Hosen und Stiefel sein. Schwarzweiße Kühe unterscheiden sich, von der Seite gemalt, nicht nur im Fellmuster, sondern auch im Talent der Künstler.
Insgesamt dürften die jungen Mossautaler Vieles gelernt haben über ihre (Freizeit-) Möglichkeiten bei der Freiwilligen Feuerwehr und bei den Sportschützen. Ihrerseits haben die jungen Entdecker bewiesen, dass sie recht neugierig und brav sein können. Mathematik in Mossautal ist gar nicht so schwer.

Projekt: „ Träumereien - Das kleine blaue Quadrat“
Silvia Schmidt
In dieser Gruppe waren jeweils 5 Kinder aus der 4. Klasse und aus der 1. Klasse beteiligt. Sie haben mit einem Quadrat aus Papier viele verschiedene Formen gefaltet und somit eine Geschichte rund um das Quadrat zu einem Buch gestaltet.
Von Anfang an war die Begeisterung so groß, dass die Kinder sogar ihre Pause „verbasteln“ wollten.
Durch das viele Falten haben die Kinder etliche eigene Kreationen entdeckt, die sie stolz präsentierten.
Sehr schön war zu beobachten wie die "Großen Mädels" die "Kleinen Mädels" durch Ihre Hilfe unterstützten. Besondere Unterstützung aller Mädels genossen unsere beiden und einzigen Jungs in der Gruppe und somit hatten wir regelrecht zweimal "den Hahn im Korb".
Nach erfolgreichem Fertigstellen der eigenen Bücher kam plötzlich die gesamte Gruppe auf die Idee jedem Lehrer ebenfalls ein Buch zu basteln, und somit entstanden zusätzlich noch sechs weitere Bücher.
Nach der ganzen Bastelei, Falterei und Buchbinderei hat sich die Gruppe mit heißen Waffeln und Apfelmus reich belohnt.
Nach erfolgreicher Projektpräsentation war sich die Gruppe einig: "Wir sind ein tolles Team".
Auf diesem Weg auch ein Dankeschön für die Unterstützung an Resi Daum und Marion Neff.

Projekt: „Mathematik trifft Kunst – Parkettierungen“
Jacqueline Beck
Unsere fröhliche Gruppe, bestehend aus Zweit-und Viertklässlern, hat sich mit dem Thema „ Parkettierungen“ und „was ist das denn überhaupt?“, beschäftigt? Wir haben eine spannende Reise durch die Welt der mathematischen wie künstlerischen Parkette erlebt und erfahren, wo man sie im täglichen Leben wieder findet und wie man sie selber erstellen kann. Die Kinder haben das künstlerische wie mathematische Schaffen des Künstlers Maurits Cornelis Escher kennen gelernt und zusammen ein Schmetterlingsparkett geschaffen, das den Kindern der Schule erhalten bleibt. Sie haben erkannt, wie geduldig und genau man arbeiten muss, damit ein Parkett im Ganzen zusammenpassen kann. Das Bewusstsein, wenn man nun über den häuslichen Parkettboden läuft oder die Fliesen im Bad betrachtet, hat einen neuen Stellenwert erhalten.
Das man hierbei sehr genau rechnen, zählen und zeichnen muss, hat zu ganz neuen Aspekten im Denken der Kinder geführt und das sie Mathematik überall in ihrem täglichen Leben wieder finden und gut gebrauchen können. Für die Kinder und mich war es eine spannende, bunte und fröhliche Woche.

Projekt: „Rund ums Geobrett – eine „spannende“ Sache“
Petra Appel
In den Projekttagen ging es bei uns rund um das Geobrett – eine im wahrsten Sinne des Wortes „spannende“ Sache.
Aber was ist ein Geobrett überhaupt?!? Die Kinder wussten es alle: Ein Geobrett ist ein quadratisches, aus Holz bestehendes und mit Nägeln versehenes Teil, auf dem man mit farbigen Gummiringen Figuren spannen kann.
Am ersten Projekttag stellten alle ein eigenes Geobrett her, die Bretter wurden geschmirgelt und mit Hilfe einer Schablone die 16 Nägel in das Brett gehämmert. Als die Bretter fertig waren, ging es voller Eifer und Elan ans Ausprobieren, Entdecken und Forschen. Mit vielen farbigen Gummiringen spannten die Kinder auf ihren Geobrettern geometrische Figuren und Formen zunächst nach, überlegten sich dann aber natürlich auch selbst welche, gaben ihnen Namen und zeichneten die verschiedensten Figuren auf. In den Geobrett-Büchlein, das jeder bekam, gab es viele verschiedene Aufgaben – alle waren mit großer Begeisterung dabei.
Besonders toll war, über das Lernprogramm „Lernwerkstatt“ Figuren am Geobrett am Whiteboard nachzuspannen.
Danke auch an dieser Stelle noch einmal an Herrn Walther für die Bretter, sowie Herrn Schäfer und Herrn Schmahl, die uns so toll unterstützen und auch viel Spaß hatten.

Projekt: „Zeit – Wunderbare Kunstwerke aus der Natur“
Lindruth Laux
Zehn Schüler aus den Klassen 1 – 4 beschäftigten sich während der Projektwoche unter Anleitung der Lehrerin Lindruth Laux mit dem Thema „Zeit – Wunderbare Kunstwerke aus der Natur“.
Angesprochen fühlten sich die Kinder durch die Einladung: „Wenn du gerne bastelst und mit Blättern, Steinen, Ästen, Kastanien, Eicheln und anderen Naturmaterialien wunderbare Kunstwerke herstellen möchtest, dann bist du in diesem Projekt genau richtig“.
Angeregt durch eine Power-Point-Präsentation über den Künstler Andy Goldsworthy, der viele tolle Kunstwerke aus der Natur geschaffen hat, stellten die Kinder mit Hilfe ihrer mitgebrachten Blätter „Zauberblätter“ mit der Siebdrucktechnik her und druckten mit Herbstfarben den Verlauf eines verwelkenden Blattes. Um ein Gefühl für Zeit und Tempo zu vermitteln, wurden zu einem Musikstück abwechseln schnelle und langsame Bewegungen ausgeführt.
Am nächsten Tag nahmen die Kinder als Unterlage einen Schuhkartondeckel und stellten Bilder von Uhrzeiten aus Erde, Kleister, Sand, Steinchen, Kastanien und anderen Naturmaterialien her.
Während der letzten beiden Tage erstellten die Schüler zuerst in Gruppenarbeit Bilder von den vier Jahreszeiten und anschließend einen großen Monatskalender, bei dem jedes Kind sich einen Monat aussuchen durfte. Abschließend wurde von den restlichen Materialien noch ein großes gemeinsames symmetrisches Naturmandala gelegt. Die Schüler arbeiteten während dieser Woche sehr konzentriert, hilfsbereit und friedlich miteinander und hatten dabei viel Spaß und zahlreiche Erfolgserlebnisse.
Ganz herzlichen Dank auch an Frau Svitak-Naas und Frau Stegmüller, die sich für unsere Gruppe Zeit genommen und uns sehr tatkräftig unterstützt haben.

Projekt: „Kleine Forscher auf symmetrischer Entdeckungsreise“
Marlies Voigt
In der Projektgruppe Geometrie „Kleine Forscher auf symmetrischer Entdeckungsreise“ erfuhren 11 Kinder aus den Klassen 1 bis 4 was eine Symmetrieachse ist, lernten was spiegeln bedeutet und wie interessant dieses mathematische Thema sein kann. Nachdem den Kindern klar war, was Symmetrie bedeutet, entdeckten sie diese überall. Im ganzen Schulhaus waren wir unterwegs, um Symmetrie zu finden. Wir entdeckten Symmetrie an der Tafel, an den Fenstern, am Sofa, am Eisbären auf dem Sofa, im Klassenraum, an Geländern, an Lampen, auf Bildern und eigentlich überall, wo sich der Blick der Kinder hinwendete.
Später lernten die Kinder zu unterscheiden, wo es eine Spiegelachse gibt und wo nicht.
Sie stellten selbst Symmetrien her, indem sie mit Wasserfarben halbe Bilder durch Zusammenklappen komplettierten.
Sie erfuhren, wie man durch falten und ausschneiden symmetrische Bilder herstellen kann.
Schließlich lernten sie auch erkennen, dass das menschliche Gesicht nicht, wie angenommen, symmetrisch ist, sondern dass, durch das Spiegeln der beiden Gesichtshälften, oft zwei unterschiedliche Gesichter entstehen können. Auch Tanz ist Symmetrie, zwei oder mehrere Personen bewegen sich in einem symmetrischen Einklang.
Das zeigten die Kinder der Projektgruppe bei ihrer Aufführung bei der Projektpräsentation, auf das Lied „Some were over the rainbow“.

Projekt: „Würfel und Co. – kreativer Umgang mit geometrischen Körpern“
Silke Lenz
In diesem Projekt waren wir rund um geometrische Körper wie Würfel, Pyramiden, Quader, Kugeln, Zylinder und Kegel kreativ und hatten viel Spaß dabei.
Die Kinder konnten bauen, basteln, forschen, spielen und entdecken.
Das Klassenzimmer der 2a wurde von der Projektleiterin kurzerhand zur Werkstatt umfunktioniert, so dass die Kinder während der vier Projekttage an vielen Stationen verschiedene tolle Angebote wahrnehmen konnten:
Dazu benutzten wir teilweise Kisten aus der Mathe-Werkstatt.
In einer Kiste befand sich Material, um magnetische Würfel mit oder ohne Anleitung zu anderen Körpern umzubauen.
Oder die Kinder konnten tolle Körper aus magnetischen Stäben und Plastikteilen bauen. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Schon im Vorfeld hatten die Kinder geometrische Körper in ihrer Umwelt gesucht und mitgebracht mit denen man wunderbar basteln konnte. Auch war die Kreativität der Kinder grenzenlos. Leere Küchenrollen, Verpackungen, Schachteln, Kisten und Dosen wurden zu Guckkästen, Puppen, Häuser und Garagen oder Ampeln.
Kantenmodelle von geometrischen Körpern wurden aus magnetischen Teilen oder aus Knete und Zahnstochern gebaut. Für Riesenversionen gab es auch Schaschlikstäbe Beim Bauen mit Steckwürfeln entstanden Tiere nach Anleitung oder freie Kunstwerke. Natürlich hatte auch das Bauen mit Bauklötzen seinen Platz. Teilweise wurde auch versucht eine Domino-Kettenreaktion, den sogenannten Domino-Effekt auszulösen.
Wir untersuchten Würfel, Quader und Pyramiden, indem wir sie aufklappten und bauten verschiedene Größen nach. Im Sand wurden die Netze der Körper abgedruckt.
Mit Hilfe von Steckmaterial konnten die Netze der Körper ganz leicht zu verschiedenen Bauten zusammengesteckt werden.
Mobilés mit geometrischen Körpern entstanden und verschönern inzwischen die Kinderzimmer.
Zauber-Spardosen wurden gebastelt. Sie wurden gefüllt, aber das Geld verschwand vor den Augen des Betrachters, so dass die Kinder kleine Zauberer wurden.
Geometrische Körper aus Holz konnten in Leinensäckchen erfühlt werden.
Neben unterschiedlichen Arbeitsblättern standen auch viele Spiele wie Dominos und Memorys oder Rätsel zu geometrischen Körpern bereit.
In den Pausen bekamen die Kinder die Geschichte von Eckland und Rundland vorgelesen. Die Meinung der Kinder zum Projekt: „Das war cool!“
Ein herzliches Dankeschön an Frau Krebes, Frau Muhn und Frau Michel für Ihre Unterstützung während der Projektwoche.
Am Ende der ereignisreichen Projekttage stand die Projektpräsentation.

Monika Braun und Silke Lenz

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