Aktionstag Hören 2014 an der Grundschule Mossautal

Am Freitag, den 28.03.2014, fand der dritte Aktionstag HÖREN an der Grundschule Mossautal statt. Alles Wissen über die Welt um uns herum erfahren wir durch unsere fünf Sinne.
Dem Hörsinn kommt dabei eine besondere Rolle zu. Hören ist für uns Menschen eine elementare Fertigkeit: Wir können jemandem aktiv zuhören, dabei Stimme und Klang identifizieren; wir können ganz still sein und lauschen, um jedes einzelnes Geräusch in unserer Umgebung exakt wahrzunehmen.
Im Zuge der Einführung der nationalen Bildungsstandards verdeutlichte sich, dass Zuhören und Sprechen zu den maßgeblichen Kompetenzen zählen.
"Zuhören" ist eine komplexe Fähigkeit, die sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammensetzt. "Zuhören" bedeutet eine soziale Interaktion. Wer mit Zuhörkompetenz ausgestattet ist, kann viele Anforderungen in der Schule, in der Medienvermittlung und in sozialen Zusammenhängen besser bewältigen.
Deshalb ist es eine nicht zu unterschätzende Kompetenz bei der schulischen Arbeit und auch außerhalb der Schule. Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmung werden beim Zuhören genauso gefördert wie soziale Interaktion, Fantasie und kreativer Umgang mit Geschichten und Sprache.
Selbstverständlich trainieren wir dies in unserer Schule in den verschiedensten Situationen, z.B. während der Vorlesezeiten, beim Erteilen von Arbeitsanweisungen oder im Erzählkreis. Und alle zwei Jahre findet der Aktionstag HÖREN statt.

Wir sind glücklich, dass unsere FSJ-Kräfte Catharina S. und Christian R. sowie die Praktikantin Beatrice S. ein eigenes Projekt übernommen haben, so dass fünf unterschiedliche Projekte den Kindern angeboten werden konnten, in die sie sich jahrgangsübergreifend einwählten. Bunt gemischte Gruppen bildeten sich und machten sich an diesem Tag auf den Weg „GANZ OHR“ zu sein. Bevor es in den einzelnen Projektgruppen losging, starteten wir gemeinsam mit den vier Märzliedern aus unseren Liederkalendern.
Danach begannen die Projekte und der Tag verging wie immer für alle viel zu schnell. Zwischendurch hatte jede Gruppe unter Anleitung von Frau Svitak-Naas im Musikraum die Gelegenheit, sich auf eine Traumreise zu begeben.

Diese Projekte gab es an unserem Aktionstag, die von den Projektleitern im Folgenden dargestellt werden:
Projekt „Hördetektive: „Das Geheimnis der schwarzen Kassette“ – Ein Fall mit Dagobert Dünkelstein, dem Detektiv!“
An unserem Aktionstag Hören haben wir uns als Hördetektive bewiesen und beim „Geheimnis der schwarzen Kassette“ – einem Fall des Detektiven Dagobert Dünkelstein unsere „Detektivohren“ trainiert.
Zu Beginn haben wir Dagobert Dünkelstein kennen gelernt. Er hat besondere Merkmale, wie zwei verschiedene Socken, eine schiefe Krawatte, immer eine geladene Wasserpistole und er kann seine Pantoffeln nie finden. Anschließend haben wir uns selbst als Detektive geübt und uns gegenseitig „beschattet“ – dabei hatten alle besonders viel Spaß. Nach einer Personenbeschreibung zu Dünkelstein waren wir dann bereit für unseren ersten Fall: Wir haben nur mit unseren Ohren das Geheimnis der schwarzen Kassette gelöst, auf der unbekannte Täter aus Versehen bei ihrer Tat alle Geräusche bis zum Tatort aufgenommen hatten. Auf diese Kassette hat sich Dagobert Dünkelstein durch Zufall gesetzt. Es ist uns gelungen, alle Geräusche auf der Kassette zu entschlüsseln. So konnten wir mit Dagobert Dünkelstein den Hörweg der Täter verfolgen und wir kamen um drei vor acht, wie abgemacht, am Tatort an, an dem eine Bombe versteckt war. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei der Bombe um einen großen gelben Wecker handelte, der auf der Geburtstagstorte von Dagobert Dünkelstein tickte, den er ganz vergessen hatte! Er löschte alle Kerzen mit seiner Wasserpistole und war erleichtert, dass es gar keine Bombe gab! Zum Abschluss unseres Aktionsvormittags nahmen wir noch selbst rätselhafte Geräusche auf, die wir allen anderen in der Aula bei unserer Projektvorstellung als Höraufgabe stellten.
Als Hördetektive waren wir uns an diesem Vormittag einig – es war ein toller Fall und es machte allen Spaß, rätselhafte Geräusche zu entlarven und dem etwas anderen Detektiv zu helfen.
Petra Appel

Projekt „Das Gespenst von Canterville“
Unser Projekt stand in dem Zeichen des Hörbuchs „Das Gespenst von Canterville“. Zu Beginn hörten wir mit den Kindern das Hörbuch in gemütlicher Gruselatmosphäre an und überlegten uns anschließend eine Szene daraus mit Instrumenten oder alltäglichen Gegenständen zu vertonen. Wir bezogen uns hierbei auf die gruseligste und lauteste Szene in der die typischen Gruselgeräusche, wie Gespensterjaulen, Kirchturmglocken, Eulen und Windgetöse zu hören waren.
Zum Abschluss des Tages wurde das Projekt mit großem Erfolg in der Aula vorgestellt. Uns und den Kindern hat dieser Tag sehr viel Spaß und Freude bereitet.
Catharina S., Beatrice S., Christian R.

Projekt „Tanz der Steine“
Nach dem gemeinsamen Anfang in der Aula gingen die Kinder, die sich für das Projekt „Tanz der Steine“ entschieden hatten, gemeinsam mit Frau Laux in den Musiksaal. Wir waren die erste Gruppe, die eine von Frau Svitak-Naas angeleitete wunderschöne Traumreise machen durfte. Anschließend begaben wir uns in den Klassensaal der Klasse 2a und jedes Kind stellte seine mitgebrachten Steine vor: Wie sieht mein Stein aus? Wo habe ich ihn gefunden? Warum habe ich ihn ausgewählt? Was gefällt mir an ihm?
Wir probierten aus, wie die Steine klingen und probierten verschiedene Rhythmusspiele aus:
- Jedes Kind durfte sich einen Rhythmus ausdenken und ihn im Kreis an den Nachbarn weitergeben.
- Ein Grundrhythmus wurde vorgegeben und dazwischen spielte immer ein anderes Kind ein Solo.
- Wie klingt es, wenn sich Steine „streiten“ oder „Witze erzählen“?
Wir erfanden eine graphische Notation für bestimmte Steingeräusche (klopfen, kratzen, reiben, rascheln) und erstellten eine kleine Partitur.
Anschließend lernten wir das Indianerlied „Hej ya“ kennen und mit Steinen rhythmisch zu begleiten.

Nach der Frühstückspause hörten wir uns eine Geschichte über einen kleinen Bach an, in dem sich in einer Zaubernacht viele Steine trafen. Das Wasser gluckerte und gluckste. Der Mond schien in den Bach und es entstand ein flimmerndes, zauberhaftes Bild. Auf einmal geriet einer der Steine in Bewegung. Als wenn er durch Zauberkraft hüpfen könnte, löste er sich vom Bachbett, hüpfte auf und plumpste wieder hinunter. Die anderen Steine hatten auch Lust zu hüpfen und so entstand auf einmal ein lustiger Rhythmus. Und weil es eine Zaubernacht war, wurde daraus ein Tanz der Steine. Der dickste und lauteste wurde zum Anführer des Tanzes. Dann sang auch noch das Wasser mit, und die Steine tanzten, bis sich eine dicke Wolke vor den Mond schob.
Zu dieser Geschichte haben die Kinder die passenden Klänge und Geräusche mit Hilfe von verschiedenen Gegenständen und Instrumenten wie z.B. verschiedenen Wasserschüsseln gefüllt mit Wasser oder Steinen, Bechern, Steinen, einer Taschenlampe (Mond), Glockenspiele und Xylofone mit einem Aufnahmegerät aufgenommen und ein kleines Hörspiel daraus gemacht, welches später bei der Präsentation in der Aula vorgespielt wurde.
Lindruth Laux

Projekt „Musik fühlen und darstellen… nach Musik malen“
Zunächst versuchten wir auf Fotos die Gefühle von Kindern zu erkennen.
Danach hörten wir 26 Musiken aus verschiedenen Epochen, also Klassik und Moderne gemischt. Die Kinder hatten die Aufgabe sich so zu bewegen, wie die Musiken auf sie wirken. Es machte Freude zu beobachten wie gut die Kinder die Empfindungen darstellen konnten, wie sie vor Freude hüpften oder vor Angst unter Stühlen verschwanden. Er war erstaunlich, in welch kurzer Zeit die Kinder gelernt hatten, Gefühle pantomimisch auszudrücken.
Die Projektpräsentation der Gruppe beinhaltete auch diese Darstellung von Gefühlen mit den schon bekannten Musikstücken.
Auch noch eine zweite Form der Darstellung lernten die Kinder kennen, nämlich Gefühle bildnerisch darzustellen.
Auf sehr dramatische Sequenzen von „Carmina Burana“ schufen die Kinder Plakate, auf denen sie die Dramatik in dunklen Farben und fast ohne erkennbare Formen wiedergaben.
Das zweite Plakat mit fröhlicher Musik gemalt, ließ ein helles Bild mit vielen Blumen und Schmetterlingen und mit der lachenden Sonne entstehen.
Das Projekt hat mir viel Spaß gemacht und ich glaube den Kindern ging es ebenso.
Marlies Voigt

Projekt „Instrumente bauen und Hörgeschichten vertonen“
Bei diesem Projekt erforschten wir zunächst Töne und Geräusche und machten Spiele rund ums Zuhören.
Dazu bauten wir „Papierknaller“ und stellten fest, dass bewegte Luft Geräusche macht. Einige der Kinder nutzten die Gelegenheit ein „Schnurtelefon“ herzustellen und auch gleich auszuprobieren. Fasziniert merkten die Kinder, dass trotz Flüstern die Schallwellen übertragen wurden und der Partner verstand, was am anderen Ende des Telefons gesprochen wurde.
Natürlich waren die Kinder auch schon sehr gespannt, was sie mit den vielen Materialien, die im Klassenzimmer lagerten alles für Instrumente bauen konnten. Ich hatte viele Kartons, Dosen, Gummis, Reis, Erbsen und Linsen, Kleber usw. angeschleppt, so dass die Kinder viele Auswahlmöglichkeiten hatten. Viele der Kinder hatten aber auch im Vorfeld fleißig gesammelt und eigenes Material mitgebracht.
Manche haben zwei, drei oder mehr Instrumente gebaut. Die „Renner“ waren die Gummigitarre, das Schüttelrohr, die Becherrassel, die Dosentrommel und die Strohhalmoboe.
Natürlich sollten diese Instrumente nicht nur gebastelt, sondern auch schön gestaltet werden. Dazu standen Fingerfarben und Kleister bereit. Die Kinder waren sehr einfallsreich und fleißig „am Werkeln“, so dass jeder am Ende ein tolles Kunstwerk mit nach Hause nehmen konnte.
Mit den selbst gebastelten Instrumenten vertonten wir dann die Hörgeschichte „Von der Prinzessin, die ausritt, den Drachen zu jagen“, die wir eine Woche später allen in der Aula vorstellten.
Silke Lenz

Den Abschluss des Tages bildete die Präsentation der Gruppen „Hördetektive: „Das Geheimnis der schwarzen Kassette“ – Ein Fall mit Dagobert Dünkelstein, dem Detektiv!“, „Das Gespenst von Canterville“ sowie „Tanz der Steine“ in der Aula.
Um alle Projektergebnisse zu würdigen und das Programm für die Kleinen nicht zu lange andauern zu lassen, präsentierten die Gruppen „Musik fühlen und darstellen… nach Musik malen“ und „Instrumente bauen und Hörgeschichten vertonen“ ihre Ergebnisse eine Woche später im Wochenabschlusskreis.
Alle haben sich großartig präsentiert und ihr Erarbeitetes gut vorgestellt.
Es war wieder ein toller Aktionstag rund ums HÖREN.

Silke Lenz

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