Klassenfahrt nach Lindenfels

Am Mittwoch, den 06.05.2015 fuhr die Klasse 4a mit Lea Schafhauser, eine FSJ-Kraft an unserer Schule und mir, Silke Lenz, der Klassenlehrerin, bei gutem Wetter auf Klassenfahrt zum Albert-Schweitzer-Haus nach Lindenfels.
Da unsere Zimmer noch nicht bezugsfertig waren, erkundeten wir schon mal die Umgebung. Nachdem wir von Frau Kaempf, der Hausverwalterin eingewiesen worden waren, packten wir aus und bezogen die Betten. Man half sich gegenseitig und es machte großen Spaß.
Als sich alle "häuslich eingerichtet" hatten, wurden Haus und Gelände weiter erforscht. Einige spielten Tischfußball oder Billard, andere erkundeten die Außenanlagen. Da gab es eine Katze und Kaninchen, die man streicheln konnte, eine Spielehütte, Tischtennisräume, eine Riesenwippe, einen Spielplatz und gleich nebenan das Waldgelände.
Wir hatten nicht nur mit dem Wetter großes Glück, wir waren auch die einzige Gruppe im Albert-Schweitzer-Haus und konnten deshalb alle Einrichtungen alleine nutzen. Langsam stellte sich der Hunger ein und nachdem der zuvor eingeteilte Küchendienst den Tisch gedeckt hatte, wurde das Essen gemeinsam eingenommen.
Am Nachmittag wurde es dann zauberhaft. „Waldmenschen“ kamen zu Besuch.
Ich hatte MäcBESS (ein erlebnis- und abenteuerpädagogisches Angebot) gebucht.
MäcBESS bedeutet:
Mäc > Essen
B > Bewegung
E > Erlebnis
S > Spiel
S > Spaß

Das Konzept steht für eine spielerische Art und Weise, Lernprozesse zu fördern, bei denen zwei Ziele im Vordergrund stehen:
1. Das Erlebnis des gemeinsamen Handelns in der Gruppe, die sich gegenseitig unterstützt statt miteinander zu konkurrieren, kurz: Kooperation.
2. Das Erlebnis von Spannung, Herausforderung und der Erweiterung der eigenen Handlungsmöglichkeiten, kurz: Abenteuer.
Zwei erfahrene Teamer begleiteten uns in einer Rahmengeschichte mit vielen kooperativen Spielen. Da gab es einen Sumpf, der nur mit Hilfe einer begrenzten Anzahl von Holzbrettern überquert werden konnte, ein Spinnennetz, das nur dadurch überwunden werden konnte, indem alle an einem Strang zogen und vieles mehr.
Gefördert wurden Zusammenarbeit, Kommunikation, Lösungen entwickeln, Mut (eigene Grenzen), Selbstbehauptung, Erweiterung des Handlungsrepertoires.
Alle Aktionen hatten den Charakter eines Angebots und stellten doch eine Herausforderung für jedes Kind dar.
Die Klasse 4a hat die Aufgaben in zwei Gruppen aufgeteilt gut gelöst und hierbei wieder einmal ihre Stärken bewiesen.

Und natürlich lockte die Natur rund um die Jugendherberge, hier konnten die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Da wurden „Filme“ gedreht oder Detektive gespielt. Nach leckerem Abendessen wurde noch gespielt und sich auf die Nachtwanderung vorbereitet. So ging es dann bei Einbruch der Dunkelheit auf eine zweistündige Wanderung durch Wald und über Felder rund um Lindenfels. Geleitet von Geschichten aus dem sagenumwobenen Odenwald machte sich die Klasse mit einem ortskundigen Scout, Lea Schafhauser und mir auf den Weg. Die zunehmende Dunkelheit schärfte unsere Sinne. Dennoch gab es manchen Stolperstein, so dass ab und zu die Taschenlampen zum Einsatz kamen. Manchmal wurde es unheimlich, dann aber auch wieder wunderschön, wenn man den Sternenhimmel erklärt bekam.
Danach machten sich die Kinder fertig, um ins Bett zu gehen. Dennoch dauerte es noch recht lange bis auch der letzte seinen wohlverdienten Schlaf finden konnte.
Donnerstags waren die meisten Kinder dann eher später wach. Manche spielten aber auch schon vor dem Frühstück Billard.
Alle Mahlzeiten fanden bei den Kindern großen Anklang. Das Frühstück übertraf aber alle Erwartungen und war sehr lecker.
Als während des Frühstücks Elke Duschanek, die Perle unserer Schule, mit Lukas Goderbauer, unserer zweiten FSJ-Kraft, zu Besuch kam, war die Freude riesig.
Gut gestärkt wanderten wir alle zum außergewöhnlich schönen Spielplatz nach Schlierbach. Ausgetobt waren wir dann auch bereit fürs kommende Mittagessen.
Leider mussten Frau Elke Duschanek und Lukas Goderbauer noch vor dem Mittagessen wieder zurück zur Grundschule Mossautal, da dort Arbeit wartete.
DANKE für den Besuch!

Am Nachmittag stand „Specksteine schleifen“ auf dem Programm. Hier entstanden tolle Amulette oder Figuren, zum Teil als Muttertagsgeschenke. Ich hatte noch andere Angebote für Muttertagsgeschenke vorbereitet, die zum Teil auch genutzt wurden.
Zum Abendessen wurde im Freien gegrillt. Lea und ich erwiesen sich als Naturtalente beim Grillen, hatten aber auch ein wenig Unterstützung vom Mann einer Köchin. Zu Fleisch und Würstchen gab noch ein Salatbuffet.
Nach diesem ereignisreichen Tag waren viele doch sehr müde, fanden aber auch in dieser Nacht erst spät zur Ruhe.
Vor dem Frühstück am Freitag hatten wir noch einiges zu tun: Betten mussten abgezogen und Taschen wieder gepackt werden. Es begann also ein Sortieren, Aufräumen, Kehren... Und ein paar Vorbereitungen für die Geburtstagsüberraschungen für Marie mussten auch noch getroffen werden. So vielstimmig hat gewiss noch kein Geburtstag für Marie begonnen. Nach dem Frühstück hatten wir noch ein bisschen Zeit zum Spielen bis der Bus uns abholte und zur Schule brachte.
Wir verabschiedeten uns mit „drei Raketen“ vom Albert-Schweitzer-Haus Team.
An der Grundschule wurden wir müde aber glücklich von einigen Eltern erwartet.
Diese harmonische Klassenfahrt war ein tolles Erlebnis!
GANZ LIEBEN DANK nochmals auch im Namen der Kinder an LEA SCHAFHAUSER für Ihre Zeit, die sie mit uns verbracht hat und ihre Unterstützung.

Silke Lenz

zurück