Erst- und Zweitklässler/innen bauen Nistkästen

An zwei Tagen bekam die Grundschule Mossautal Besuch vom Verein „Vogelschutzgruppe Marbachtal/ Hüttenthal“. Herr Rainer Neff kam mit Begleitung in unsere Schule und baute jeweils in drei Stunden 15 – 20 Nistkästen mit den Kindern. Das Material brachte er mit. Alles war vorbereitet als am 2. Februar die erste Klasse und am 9. Februar die Zweitklässler in den Werkraum kamen.
Herr Neff hatte einige präparierte Vögel und andere Waldtiere mitgebracht und so anregend präsentiert, dass die Schüler/innen neugierig staunten und die Namen erfragten. Nach dem Motto: „Was ich kenne und liebe, das schütze ich.“ Mit Hilfe einer Geräusche- und Tierstimmen-CD stieg er in das Thema ein.
„Wie kommen die Bretter, die wir für den Nistkasten brauchen hier auf den Tisch?“ So gingen die Kinder mit Herrn Neff in Gedanken in den Wald zum Baum aussuchen und fällen. Danach ging es ins Sägewerk. Dann hörten sie Tierstimmen und mussten erraten, welcher Vogel oder welches Waldtier sich dahinter verbarg. Nach der Pause wurden die Teile des Nistkastens erklärt wie z.B. der eingebaute Marderschutz, der die Brut und die Jungvögel zusätzlich sichert. Anschließend wurde gehämmert. Die Kinder bewiesen Geschick. Alle hatten große Freude und waren mit Eifer dabei.
Herr Neff bewies trotz des großen Lärms Ruhe und Gelassenheit und half den Gruppen bei baulichen Hürden. Mit den Nistkästen haben die Schüler/innen unter Anleitung von Herrn Neff und seiner Begleitung Brutplätze geschaffen. Einen Vogel beim Nestbau und bei der Fütterung seiner Jungen beobachten zu können, ist ein wahres Naturschauspiel. Gerade für Kinder wird die heimische Vogelwelt so direkt erlebbar. Grundsätzlich ist jeder Nistkasten von Nutzen, denn in kalten Nächten schlafen Vögel gerne darin und suchen Schutz.

Nachdem wir im Januar im Rahmen der Sternsingeraktion über die Folgen des Klimawandels im Unterricht gesprochen haben, wurden nun die Schüler/innen zu aktiven Naturschützern vor ihrer Haustür.
Die ursprünglichen Lebensräume unserer Gartenvögel waren lichte Wälder oder Offenlandschaften mit vielen Bäumen. Sie zeichneten sich unter anderem durch einen hohen Totholzanteil aus. Totholz wird nicht nur als Nahrungsquelle genutzt - viele Insekten leben darin - sondern vor allem als Nistmöglichkeit. Viele Vogelarten nutzen Höhlen in Bäumen zur Aufzucht der Jungen. Heutzutage gibt es allerdings in den wenigsten Gebieten noch ausreichend Totholz und somit auch nicht genügend Nisthöhlen. Diesem Mangel kann man mit künstlichen Nisthilfen oder -höhlen abhelfen. Entwickelt wurden die ersten Nisthilfen Ende des 19. Jahrhunderts. Sie dienten in erster Linie der biologischen Schädlingsbekämpfung in den Wirtschaftswäldern. Man erkannte damals, dass Vögel Insekten fressen und somit Schädlinge vernichten, die in Wirtschaftswäldern großen Schaden anrichten können.

Im Unterricht haben wir natürlich auch besprochen, dass ein Nistkasten im Herbst oder Winter bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt gereinigt werden sollte, denn die meisten Vögel können das alte Nest nicht selbst entfernen. Sie nutzen es aber auch nicht wieder, sondern bauen im neuen Jahr ein Nest oben drauf. So können Räuber wie Marder sich leichter Eier oder Küken angeln. Bei Vogelarten wie Meisen, die mehrmals im Jahr brüten, reinigt man den Nistkasten bitte nicht zwischen den Bruten. Indem man das alte Nest entfernt, fördert man die Neubelegung im kommenden Jahr und man entfernt eventuell vorhandene Parasiten (Vogelflöhe und Milben). So bleiben die Vögel gesund. Dabei reicht es völlig, wenn man es gründlich auskehrt und das alte Nest entfernt. Man darf keine Chemikalien verwenden. Ist ein Untermieter, vielleicht ein Siebenschläfer, in den Kasten eingezogen? Lässt man ihn in Ruhe und reinigt den Kasten im Frühjahr nach Auszug der Wintergäste.

Die Nistkästen sollten spätestens im März aufgehängt werden.
Nistkästen kann man prinzipiell überall aufhängen, aber wichtig ist Katzen- und Mardersicherheit. Dafür hängt man die Kästen frei in 2 bis 5 Metern Höhe an einen einzelnen Ast. Vögel mögen es allerdings nicht, wenn der Nistkasten frei im Wind schaukelt. Oder man bringt den Kasten an einer glatten Haus- oder Garagenwand an. Man kann den Nistkasten auch an einem geschützten und halbschattigen Standort (Überhitzung im Innenraum gefährdet die Brut) auf einen Pfosten setzen, ca. in Augenhöhe oder tiefer. So lässt sich der Kasten leichter reinigen. Man muss darauf achten, dass die Vögel die Möglichkeit zu einem freien Anflug haben.
Voller Stolz nahmen die Schüler/innen der 1a und 2a ihre Nistkästen mit nach Hause. Im Namen der Kinder, deren Eltern und des Teams der Grundschule Mossautal gilt mein herzliches DANKESCHÖN Herrn Neff und seiner Begleitung für sein ehrenamtliches Engagement an unserer Schule. Beide Tage waren großartig vorbereitet und haben den Kindern nicht nur Spaß gemacht, sondern auch nachhaltig Eindruck hinterlassen.

Silke Lenz

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