„Sicher ohne Gewalt" (SOG) in der Grundschule Mossautal

Unter diesem Motto fand ein Projekttag des Polizeipräsidiums Südhessen am 08.05.2019 in der Grundschule Mossautal statt. Das Projekt SOG wurde mit Polizeibeamtinnen und Beamten unter Mitarbeit von Schulpsychologen und Lehrkräften erarbeitet und findet in der Grundschule Mossautal alle zwei Jahre statt. Am Morgen erwartete die 29 Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 und 4 ein interessanter Projektvormittag. Polizeioberkommissarin Frau Wagner hatte ihre jungen Kollegen Polizeikommissar Herrn Ihrig und Polizeikommissarin Frau Strak mitgebracht. Das Trio schaffte es das Interesse der Kinder zu wecken, ihre Aufmerksamkeit bis zum Ende des Schulvormittages aufrecht zu erhalten und mit Alltagsbeispielen die Themen greifbar zu machen. Außerdem waren auch die freiwilligen Eltern gefragt, welche die Kinder in ihren Rollenspielen unterstützten. Die Kinder erfuhren, dass Gewalt nicht nur körperlich ist, sondern auch seelisch und es auch die Gewalt gegen Dinge gibt. Sie übten das „Stopp"-Sagen ein und Ich-Botschaften zu formulieren, was an das Programm von „Klasse 2000" anschließt. In vielfältigen Rollenspielen lernten die Kinder, wie man einem Fremden aus dem Weg geht und ihm auf freundliche Art keine Auskunft gibt. Auch das Verhalten bei Mobbing und anderen Konfliktsituationen in der Schule und dem sozialem Umfeld war Thema des Vormittages. Wie man sogar als Kind einem Erwachsenen, der in Not ist, helfen kann, erfuhren sie ebenso. Da die Digitalisierung auch in den Kinderzimmern einkehrt, wurden das Internet, verschiedene Apps und Spiele und deren mögliche Gefahren thematisiert. Hierfür füllten die Schülerinnen und Schüler vorbereitend einen Fragenbogen zur Mediennutzung aus, sodass tatsächlich genutzte Spiele, Apps und Medien thematisiert werden konnten und der richtige Umgang mit diesen besprochen werden konnte. Auch eine sehr wichtige Figur lernten die Kinder kennen. Es ist Leon der Polizeilöwe. Diese Figur weißt auf Hilfeinseln in Geschäften und öffentlichen Gebäuden hin, in denen Kinder Hilfe für sich und andere holen können. Hilfe kann man aber nur holen, wenn die Kinder Handynummern der Erziehungsberechtigten kennen-nun heißt es auswendig lernen!

Dem Aktionstag mit den Kindern folgte ein Elternabend mit dem Thema „Wie schütze ich mein Kind vor Gewalt?" für die Erziehungsberechtigten der Klassen 3 und 4. Von Polizeioberkommissarin Frau Wagner, Polizeikommissar Herrn Ihrig und Grundschullehrerin Frau Schauermann erfuhren die Eltern, vor welchen Gefahren sie ihre Kinder schützen können. War es früher hauptsächlich die Ermahnung nicht mit Fremden mitzugehen oder in deren Autos zu steigen, so ist es heute nicht mehr so einfach die Kinder vor Gefahren zu warnen, weil diese ins Besondere durch die digitale Mediennutzung nicht mehr so ohne Weiteres erkennbar sind. Es sind die Gefahren die dem Kind drohen, wenn es unbeaufsichtigt Zugang zum Internet oder Konsolenspielen hat. Es gibt viele Seiten und Spiele, die für Kinder nicht geeignet, nein sogar schädlich sind. Der Umgang mit persönlichen Daten in den verschiedenen Chatrooms und Altersempfehlungen sind oft auch bei Erwachsenen viel zu offen. Viele Kinder nutzen schon in jungen Jahren soziale Netzwerke, Apps und Spiele, die jedoch FSK 16 und älter haben. Apps und Spiele geraten immer stärker in den Fokus der ungeahnten Gefahren, insbesondere durch den medialen Wandel.
Die Kinder vor falschen Freunden, Cybermobbing und auch gewalttätigen Spielen zu schützen ist Aufgabe der Eltern. Nach einem regen Austausch endete der sehr informative Abend. Die Eltern konnten viele neue Anregungen und Tipps mit nach Hause nehmen. Die Klassenlehrerinnen Frau Lenz und Frau Feuerbach dankten den Referentinnen und dem Referenten herzlich für die mitgebrachte Zeit und das Engagement in Schulen.
Wir hoffen alle, dass wir mit so einer Aktion dazu beitragen können, die Kinder zu schützen und die Eltern für die Gefahren zu sensibilisieren. Das Internet ist eine sehr nützliche Erfindung. Noch nie war es so einfach sich Informationen über alle Themen der Menschheit zu besorgen und dennoch verbirgt es ungeahnte Gefahren.

 

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Die Polizeikommissare im Einsatz bei der Grundschule Mossautal.
Die Schülerinnen und Schüler erkunden den Sicherheitsabstand und üben das „STOPP“-Sagen.
Die Kinder zeigen ein Rollenspiel zu Mobbing und beweisen, dass sie bessere Verhaltensalternativen kennen.